Die Gebühren des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (RVG) sind zuletzt zum 1. August 2013 erhöht worden. Mit Blick auf die erheblich gestiegenen Kosten für den Kanzleibetrieb und im Interesse einer Teilhabe der Anwaltschaft an der allgemeinen wirt-schaftlichen Entwicklung wurde mit dem KostRÄG 2021 zum 01.01.2021 endlich die gesetzliche Rechtsanwaltsvergütung angehoben.
Dem entsprechend wurde MANDANTwin rechtzeitig zum 01.01.2021 angepasst. Es enthält nun neben den Gebührentabellen des RVG 2013 die neuen Gebühren des RVG 2021.

Damit wird das RVG Stand 2004 nicht mehr unterstützt.

§ 60 Abs, 1 RVG wurde neu gefasst:

"Für die Vergütung ist das bisherige Recht anzuwenden, wenn der unbedingte Auftrag zur Erledigung derselben Angelegenheit vor dem Inkrafttreten einer Gesetzesänderung erteilt worden ist. Erhält der Rechtsanwalt nach § 45, auch in Verbindung mit § 59a, eine Vergütung aus der Staatskasse und hat der Rechtsanwalt keinen Auftrag desjenigen, dem er beigeordnet oder für den er bestellt wurde, so ist für diese Vergütung in derselben Angelegenheit bisheriges Recht anzuwenden, wenn der Rechtsanwalt eine Gebühr aus der Staatskasse verlangen kann, die vor dem Inkrafttreten einer Gesetzesänderung entstanden ist. War der Rechtsanwalt vor seiner Beiordnung oder Bestellung beauftragt und ist nach Satz 1 für die insoweit entstandene Vergütung bisheriges Recht anzuwenden, so ist auch für die in derselben Angelegenheit aus der Staatskasse zu zahlende Vergütung bisheriges Recht anzuwenden. Die Sätze 1 bis 3 gelten auch, wenn Vorschriften geändert werden, auf die dieses Gesetz verweist.“

Damit kommt es entscheidend nicht darauf an, wann der Gebührentatbestand jeweils verwirklicht wurde. Maßgebend ist allein der Zeitpunkt, an dem der Auftrag erteilt wurde.

Z.B. der Anwalt wird im Dezember 2020 mit der außergerichtlichen Vertretung wegen einer Forderung beauftragt. Da die Zahlungsaufforderung erfolglos bleibt, wünscht der Mandant die Erhebung der Klage. Ergeht dieser Auftrag noch im Dezember 2020, so sind für das erstinstanzliche Gerichtsverfahren die Gebühren und Auslagen nach RVG 2013 abzurechnen, auch wenn die Terminsgebühr, die Fahrtkosten und das Abwesenheitsgeld 2021 anfallen. Die Gebühren und Auslagen für die außergerichtliche und gerichtliche Vertretung können daher im Programm in einer Kostenabrechnung zusammengefasst werden.

Wird in derselben Akte der Auftrag zur Klageerhebung jedoch erst im Januar 2021 erteilt, so richten sich die Gebühren und Auslagen für das Gerichtsverfahren nach dem RVG 2021.
Das bedeutet, dass im Programm zwei Kostenerfassungen auf dem Kostenkonto einzutragen sind, zum einen die Kosten für die außergerichtliche Tätigkeit nach RVG 2013 und zum zweiten die Kosten für die gerichtliche Vertretung nach RVG 2021.

Zu diesem Zweck kann in der Preselect-Maske bei der Kostenerfassung zwischen RVG 2013 und RVG 2021 gewählt werden, auch wenn die Akte selbst das Auftragsdatum vom Dezember 2020 trägt.